Unternehmensnachfolge

Während angestellte Geschäftsführer:innen bei Erreichen eines bestimmten Alters in den Ruhestand geschickt werden können, sind bei Eigentümer:innen eines Unternehmens andere Regelungen gefragt. So hört man des Öfteren auf die Frage hin, wann diese eine Übergabe Ihres Unternehmens an die nächste Generation anstreben: „Vielleicht in 5 Jahren.“ – und das manchmal jedes Jahr aus Neue… Die Gründe für die Verschiebung dieser Entscheidung in die Zukunft sind vielfältig: das Fehlen eines geeigneten Nachfolgers oder dessen (noch nicht) ausreichende Qualifikation, die wirtschaftliche Lage oder Uneinigkeiten hinsichtlich des Kaufpreises. Oft sind diese, auf den ersten Blick rationalen Gründe, auf Ängste und Emotionen zurückzuführen, die mit der Abgabe des Unternehmens einhergehen. So ist der Schritt weg vom Unternehmensleiter hin zum wohlverdienten Ruhestand für die meisten Unternehmer :innen nicht einfach. Das eigens aufgebaute Unternehmen ist meist auch Lebensmittelpunkt. Sowohl der Unternehmenserfolg als auch das Wohl der Mitarbeiter:innen liegen einem am Herzen.

Während oftmals betont wird, dass Unternehmensnachfolgen aufgrund einer zu späten oder gänzlich fehlenden Planung scheitern, zeigen unsere Erfahrungen, dass die Unternehmer:innen durchaus über eine formale Vorbereitung ihrer Nachfolge verfügen. So wird die Unternehmensnachfolge mit Anwälten und Steuerberatern geplant und abgesichert – die Übergabe ist rein formal in trocknen Tüchern. Doch bei einem so hoch emotionalen Thema wie der Abgabe des selbst aufgebauten Lebenswerkes spielen betriebswirtschaftliche Faktoren nicht unbedingt den ausschlaggebenden Faktor. Vielmehr stehen persönliche und emotionale Belange im Vordergrund und hemmen die Entscheidung, die formalen Regelungen auch tatsächlich umzusetzen.

Dabei stehen die zu übergebenden Unternehmen in ganz verschiedenen Stadien. Während einige Unternehmer:innen die Suche und/oder Ansprache eines geeigneten Nachfolgers oder einer geeigneten Nachfolgerin auf die lange Bank schieben, haben andere Unternehmer:innen bereits einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin ins Unternehmen integriert – jedoch ohne Entscheidungs- und Führungsbefugnis des Nachfolgers/der Nachfolgerin.

Prozess der Unternehmensnachfolge

Ablauf und Prozess der Unternehmensnachfolgeplanung sind individuell und stark von der Art des Unternehmens und der Person des Unternehmers bzw. der Unternehmerin abhängig. Während einige Unternehmer:innen bereits bei Gründung des Unternehmens über eine Exit-Strategie verfügen, neigen andere dazu, diese Entscheidung so weit es geht in die Zukunft zu verschieben. Zwischen diesen beiden Extremen gibt es zahlreiche Abstufungen. Jedoch ist Planbarkeit ein Erfolgsfaktor, da die Suche und Auswahl eines geeigneten Nachfolgekandidaten, dessen Qualifizierung sowie die Sicherstellung der Übergabereife des Unternehmens eine gewisse Zeit benötigt. Für eine Nachfolge sollten aufgrund dessen drei bis fünf Jahre eingeplant werden.

In Abhängigkeit davon, ob es sich um eine familieninterne oder familienexterne Unternehmensnachfolge handelt, können einzelne Entscheidungen und Prozesse in ihrer Intensität und in ihrem Zeitumfang stark variieren. Insbesondere bei familieninternen Nachfolgen zeigt sich, dass die große Schnittmenge zwischen Familie und Unternehmen ein größeres Konfliktpotential birgt und die Nachfolge eine längere Zeit in Anspruch nimmt.

Prozess der Unternehmensnachfolge

Hat sich der Unternehmer bzw. die Unternehmerin entschlossen, sein bzw. ihr Unternehmen zu übergeben, sind zahlreiche vorbereitende Schritte zu unternehmen.

Basisplan und erste Schritte. Zu Beginn der Unternehmensnachfolge ist die Übernahmefähigkeit des Unternehmens zu prüfen und das Unternehmen zu bewerten. Dies ermöglicht sowohl dem Unternehmer als auch dem potentiellen Nachfolger eine realistische Einschätzung des Unternehmens – samt dessen Stärken, Schwächen und Entwicklungspotentiale und ermöglichen die Schaffung geeigneter Voraussetzungen für eine gelingende Unternehmensnachfolge. Dabei hängt die konkrete Ausgestaltung unter anderem davon ab, ob eine familieninterne oder -externe Nachfolgelösung anstrebt wird. 

Auswahl & Entwicklung Nachfolger. Während einige Unternehmer:innen bereits über konkrete Vorstellungen verfügen, wer das Unternehmen zukünftig weiterführen soll, haben andere Unternehmer:innen noch keinen Nachfolger für ihr Unternehmen im Blick. In dieser Phase kommt folglich der Suche und Auswahl sowie der Ansprache und Entwicklung des Nachfolgers eine große Bedeutung zu. Sobald ein geeigneter Nachfolger gefunden ist, müssen sich Übergeber:in und Nachfolger:in über die Übernahmekonditionen einigen und Kaufverhandlungen führen. Dabei werden konkrete zeitliche und inhaltliche Vereinbarungen zu Entwicklungsstufen, Übernahmekonditionen und der Transaktionsstruktur verhandelt und im sogenannten „Letter of Intent“ (LOI) festgehalten. Diese dienen als Meilensteinplanung für den Prozess der Unternehmensnachfolge, an welchen sich die Umsetzung der Nachfolgeplanung orientiert. Können sich beide Parteien in gegenseitigem Einverständnis einigen, kann anschließend die sogenannte Beteiligungsphase beginnen. Hierbei wird der Nachfolger schrittweise in die unternehmerischen Belange und organisatorischen Abläufe des Unternehmens eingebunden.

Übergabe Führung & Eigentum. In der anschließenden Abschlussphase erfolgt die Übertragung von Eigentum und Führung auf den Nachfolger. Dies beinhaltet die Zahlung des Kaufpreises und den Übergang der Anteile sowie die Übergabe der Führungsrolle im Unternehmen.

Als ganzheitlich agierende Unternehmensberatung begleitet Blackpoint Consulting Sie gerne während des gesamten Prozesses und steht Ihnen bei Fragen gerne zur Seite. Unser Team aus Expert:innen für Finanzierungs- und Fördermittelfragen, Unternehmensbewertung und Coaches für emotionale Herausforderungen beim Nachfolgeprozess gestalten individuelle Lösungen für eine maßgeschneiderte Unternehmensnachfolge.

Arten der Unternehmensnachfolge

Grundsätzlich lassen sich zwei Arten der Unternehmensnachfolge unterscheiden: die interne und externe Unternehmensnachfolge. Dabei bevorzugen viele mittelständische Unternehmer:innen die Übergabe des Unternehmens auf ein geeignetes Familienmitglied.

Steht diese Option – aus welchen Gründen auch immer – nicht zur Verfügung, besteht die Möglichkeit zur Nachfolge durch Dritte. Dabei ist einerseits eine unternehmensinterne Lösung in Form eines Management Buy Out (MBO), d.h. die Übergabe an qualifizierte Mitarbeiter:innen denkbar. Ist andererseits kein williger und/oder qualifizierter Nachfolger innerhalb des Unternehmens vorhanden, kann alternativ eine Unternehmensnachfolge durch Dritte, d.h. ein Management Buy In (MBI) oder Unternehmensverkauf erfolgen. Denkbar ist ebenso die Gründung einer Stiftung, welche den langfristigen Erhalt des Unternehmens sichert.

Arten der Unternehmensnachfolge

Hinsichtlich der Entscheidung, welche Nachfolgeregelung für Sie und Ihr Unternehmen die beste Lösung ist und welche Gestaltungsmöglichkeiten denkbar sind, unterstützen wir gerne Sie gerne.

Ursachen für gescheiterte Unternehmensnachfolgen

Die Abgabe des eigenen Unternehmens an einen Nachfolger ist nicht nur ein hochemotionaler Prozess, sondern geht unter Umständen auch mit dem Aufeinandertreffen ganz unterschiedlicher Persönlichkeiten einher. Das Auftreten von Unstimmigkeiten und Konflikten hinsichtlich verschiedener Aspekte der Nachfolge ist in den meisten Fällen absehbar, was ganz unterschiedliche Ursachen haben kann. Aufgrund unserer Erfahrungen im Bereich der Unternehmensnachfolge möchten wir im Folgenden die häufigsten Gründe kurz aufzeigen.

Fehlende Offenheit bezüglich alternativer Nachfolgeoptionen. Der Unternehmer hat eine klare Vorstellung hinsichtlich der Frage, wer das Unternehmen weiterführen soll. In den meisten Fällen ist der Wunsch nach einer familieninternen Übernahme groß; haben die eigenen Kinder jedoch andere Lebenspläne, können sich viele Unternehmer:innen nicht gegenüber einer anderen Nachfolgelösung öffnen.

Fehlende Integration des Nachfolgers in die unternehmerischen Prozesse. Der Unternehmer tut sich schwer, mit der frühzeitigen Einarbeitung des Nachfolgers zu beginnen und ihm sukzessive Aufgaben- und Verantwortungsbereiche zu übertragen.

Zu späte Umsetzung der Nachfolgeregelung und Nicht-Loslassen-Können. Während man immer wieder hört, dass Unternehmer dazu neigen, zu spät mit der Unternehmensnachfolge zu beginnen, sind die formale Regelung der Nachfolge durchaus in den meisten Fällen getroffen. Teilweise ist auch ein Nachfolger bereits umfassend eingearbeitet. Jedoch kann sich der Unternehmer nicht dazu durchringen, die Unternehmensnachfolge auch endgültig zu vollziehen.

Fehlende Strukturen. Das gesamte Unternehmen ist auf die Person des Unternehmers zugeschnitten und wird zentral geführt. Die Nachfolge gestaltet sich schwieriger als bei einem Unternehmen mit dezentralen Strukturen.

Kommunikation. Kommunikation ist vielschichtig und somit auch die damit einhergehenden Konflikte. Insbesondere der Umstand, dass beide Parteien oftmals eine sehr klare Vorstellung gegenüber verschiedener Aspekte der Unternehmensnachfolge haben, kann zu Konflikten führen. Will der Alt-Inhaber, dass das Unternehmen wie bisher weitergeführt wird, neigt der Nachfolger unter Umständen zu dem Wunsch nach Veränderungen. Dies kann zu Konflikten führen, wenn beide Parteien nicht darüber sprechen (können).

In Abhängigkeit davon, ob es sich um eine familieninterne oder -externe Unternehmensnachfolge handelt, können die Chancen und Herausforderungen variieren. Gerne beraten wir Sie bei allen Varianten.

Wie können wir Sie unterstützen?

Wir legen Wert auf individuelle und maßgeschneiderte Lösungen und Konzepte, innerhalb derer Ihre Vorstellungen, Wünsche und Bedürfnisse optimal berücksichtigt werden können. Unsere erfahrenen Spezialist:innen unterstützen Sie gerne als Wegbegleiter in Ihrem Unternehmensnachfolgeprozess – unabhängig davon, ob Sie Ihr Unternehmen übergeben möchten oder als Jungunternehmer mit dem Gedanken spielen, ein Unternehmen zu übernehmen.

In Abhängigkeit davon, wie in welcher spezifischen Phase der Unternehmensnachfolge Sie sich befinden und welche konkreten Herausforderungen zu bewältigen sind, unterstützen wir Sie individuell gemäß Ihren Wünschen. Gerne stehen wir Ihnen über den gesamten Prozess hinweg zu Seite und beraten Sie hinsichtlich der möglichen Finanzierung, sei es mit Unterstützung von Banken oder von Investoren, bei der Unternehmensanalyse, der sogenannten Due Diligence, beim Verhandlungsprozess mit dem Käufer oder Verkäufer, und bei der Beantragung staatlicher Zuschüsse für die Übernahme, aber auch für die Beratung und das Coaching im Rahmen des Unternehmensnachfolgeprozesses. Sprechen Sie uns einfach an. In einem gemeinsamen kostenfreien Erstgespräch lässt sich am besten feststellen, bei welchen spezifischen Fragestellungen wir Sie unterstützen können, damit Sie sich auf Ihr Kerngeschäft konzentrieren können.

Unsere genannten Leistungen sind dabei in vielen Fällen förderfähig – natürlich unterstützen wir Sie hier auch gerne schon im Vorfeld!

Unsere Unternehmensberatung mit Sitz in Dresden ist unter anderem auf die Begleitung von Unternehmensnachfolgeprozessen spezialisiert. Wir sind deutschlandweit tätig, beraten Unternehmen jedoch vordergründig in Sachsen, insbesondere in den Regionen Dresden, Leipzig und Chemnitz, wobei die Beratung ebenso Unternehmen aus den Städten Görlitz, Bautzen, Freiberg, Pirna, Mittweida, Zwickau, Kamenz, Riesa, Großenhain und Meißen betrifft.

Ihr Ansprechpartner

Sophie Ruckau
Dr. Sophie Ruckau

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